Stellen Sie uns Ihre Fragen
Wir beraten Sie!

Boot Forum von boatoon.com

Wassersport-Wissen: Wassersportler fragen - Experten antworten

Kategorien Allgemeines zum Boot Alle Kategorien

Was ist bei der Anschaffung, Installation und Betrieb einer Ankerwinde zu beachten?

Frage vom 24.10.2012

Expertenantworten

Antwort 1

Sie müssen für aussreichend Batteriespannung sorgen
Möglichst eine Batterie in der Nähe des Vorschiffs
der Querschnitt der Zuleitungen muss ausreichend dimensioniert sein
Die Winde sollte einen eigenen Batteriehauptschalter haben

Antwort vom 24.10.2012

Kommentare 0

Boatoon Crew boatoon

Antwort 2

Grundlegend wird bei Ankerwinden zwischen vertikalen und horizontalen Ankerwinden unterschieden. Bei vertikalen Ankerwinden ist sowohl der Motor als auch das Getriebe unterhalb der Kettennuss angeordnet. Über Deck ist in der Regel nur die Kettennuss samt Kettenzuführung zu sehen. Solche Winden eignen sich besonders bei groß dimensionierten Ankerkästen. Bei horizontalen Winden ist der Motor in einem Block neben der Kettennuss angeordnet. Horizontale Winden eignen sich für Schiffe mit kleineren Ankerkästen, bedeuten aber, dass sich ein zusätzliches Objekt im Bugbereich an Deck befindet.

Die Auswahl der richtigen Ankerwinde hängt maßgeblich vom verwendeten Ankergeschirr ab. Die Zugkraft der Winde sollte größer sein als wenigstens das Dreifache – bei großen Booten eher das Vierfache – des Gewichtes des verwendeten Ankergeschirrs bestehend aus Anker, Kette und/oder Ankerleine.

Des Weiteren muss die installierte Kettennuss zur Kette passen. Wird eine Ankerleine benutzt, sollte die Winde über einen zusätzlichen Spillkopf verfügen. Der Ankerkasten muss so groß sein, dass die Kette aus der Winde frei in ihn fallen kann. Viele Hersteller bieten für die Vorauswahl genaue Zeichnungen mit Maßen der Winden an.

Da der Kauf eine Ankerwinde eine Langzeitinvestition ist und ggf. einmal Ersatzteile benötigt werden könnten, sollte ein Hersteller gewählt werden, der eine langfristige Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellt. Die großen und weit verbreiteten Hersteller von Ankerwinden sind Lewmar, Quick, Lofrans, Andersen und Maxwell. Sie alle bieten Winden für Schiffe ab ca. 6m Länge aufwärts an. Preisliche Unterscheide definieren sich oft über den Lieferumfang. Sollten z.B. Sicherung, Schalter und Relaisbox nicht enthalten sein, kann das den Kaufpreis schnell um einige hundert Euro nach oben treiben. Um die richtige Ankerwinde und die dazugehörigen Komponenten zusammenzustellen, empfiehlt es sich Kontakt mit einem Fachhändler aufzunehmen.
Installation

Bei elektrisch betriebenen Ankerwinden werden die entsprechende Sicherungen, Schalter und Relais oft schon mitgeliefert. Eine separate Absicherung des Stromkreislaufs der Winde ist unbedingt erforderlich. Wichtig ist auch der richtige Kabelquerschnitt für den Anschluss der Winde. Die Formel zur Berechnung ist:

Kabelquerschnitt (in qmm) = (2 x Kabellänge [in m] x Stromaufnahme [in A]) /
(56 x zulässiger Spannungsabfall [in V ])
Der zulässige Spannungsabfall sollte in der Regel nicht mehr als 10% betragen. Bei einem Boot mit 12V Bordstromanlage, einer Entfernung zwischen Batterie und Winde von 5m und einer Winde mit 40A Leistungsaufnahme ergibt sich folgendes Ergebnis:
2 x 5m x 40A / 56 x 12x0,1 = 8,57 qmm. Der nächst größere verfügbare Kabelquerschnitt ist
10 qmm, daher muss die Winde mit einem 10qmm Kabel angeschlossen werden.

Einfluss auf den Kabelquerschnitt hat u.a. die Entfernung von der Batterie zur Winde, die Leistungsaufnahme sowie die Betriebsspannung.

Wasser im Motor und Getriebe verursacht schnell Schäden. Mitgelieferte Dichtringe zur Installation und Montage also unbedingt verwenden. Die Schnittanten der Deckdurchbrüche für die Kette in den Ankerkasten müssen mit Epoxy oder Lack versiegelt werden, da sonst Feuchtigkeit in das Laminat oder Deck einzieht, was zu erheblichen Folgeschäden führen kann. Die richtige Zuführung der Kette von der Bugrolle oder aus der Klüse auf die Kettennuss ist entscheidend. Sie sollte direkt und gerade erfolgen, um das Ablaufen der Kette und das Hieven des Geschirrs ohne die Gefahr des Verkantens zu gewährleisten.
Betrieb

Die Kettennuss sollte zu Beginn der Saison abgenommen werden und der Übergang zur Welle mit seewasserbeständigem Fett geschmiert werden. Nach dem Gebrauch und am Ende der Saison, wird die Winde mit Süsswasser gereinigt, um der Korrosion vorzubeugen. Beim Liegen vor Anker ist die Winde zu entlasten. Dazu die Ankerleine oder die Kette mit einem Kettenhaken auf einer Klampe, oder durch einen entsprechenden Kettenstopper oder die passende Kettenklüse belegen und sichern. Manche Klassifizierungs-Gesellschaften fordern sogar einen separaten und entsprechend ausgelegten Sicherungspunkt des Ankergeschirres während des Ankerns. Als Zubehör werden u.a. elektronische Kettenzähler angeboten, die die Länge der gesteckten Kette bestimmen. Auch eine Fernbedienung kann sich gerade für eine kleine Crew als sehr nützlich erweisen, kann doch die Winde so auch vom Steuerstand aus bedient werden.

Antwort vom 24.10.2012

Kommentare 0

Seite merken bei: Delicious Google Yahoo Misterwong Facebook Twitter